Terje Borud - Visitnorway.com

Wetter und Klima in Norwegen

Leider haben viele Menschen falsche Vorstellungen von dem Wetter in Norwegen und verbinden es stets mit Kälte. Anders als Viele es erwarten, kann man auch einen Sommerurlaub in Norwegen verbringen. Generell wird das Wetter von Reisenden als angenehm empfunden, da Hitze in den Sommermonaten eine Ausnahme ist.

Im Gegensatz zu anderen skandinavischen Ländern wie Schweden und Finnland steht Norwegen zu einem großen Teil unter dem direkten Einfluss des Golfstroms, der zumindest an der Küste auch im Herbst, Winter und Frühjahr für relativ milde Witterung sorgt. Die warmen Wassermassen aus dem Golf von Mexico strömen an der norwegischen Küste vorbei.

Nicht umsonst gilt Norwegen als das weltweit nördlichste Land mit eisfreien Küstengewässern. Im Sommer kann das Thermometer landesweit auf über 25° C steigen und es können viele Wochen ohne nennenswerte Niederschläge vergehen. Ein besonderes Phänomen ist die Mitternachtssonne, die nördlich des Polarkreises auch nachts scheint. Je weiter man nach Norden gelangt, desto mehr Nächte mit Sonne kann man erleben. Am Nordkap scheint die Mitternachtssonne vom 13. Mai bis 29. Juli und auf den Lofoten ungefähr vom 25. Mai bis 17. Juli. Selbst im Süden Norwegens wird es im Mai, Juni und Juli nachts nicht richtig dunkel.

 


Frühjahr 

Foto: CH - Visitnorway.com

Foto: CH – Visitnorway.com

Das Frühjahr ist auch in Norwegen immer für Überraschungen gut. So kann es in den Monaten März, April und Mai durchaus passieren, dass sich das Wetter unerwartet mild und freundlich präsentiert. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein.

Wer also im Frühjahr zum Campen nach Norwegen reisen möchte, sollte mit einem Wohnmobil oder Wohnwagen die Reise antreten. Auch ein Hüttenurlaub bietet sich an. Das Zelten ist zu dieser Zeit eher etwas für Hartgesottene. Stabileres Wetter mit angenehmen Tagestemperaturen ist – zumindest im südlichen und westlichen Teil des Landes – ab Anfang/Mitte Mai zu erwarten. Dies ist auch die Zeit, in der die norwegische Natur endgültig aus ihrem Winterschlaf erwacht. Überall blüht, sprießt und duftet es, die Tage sind lang, die Niederschlagsmengen meist gering. Zudem sind in dieser Zeit des Jahres nur wenige Touristen im Land unterwegs – was jedoch auch bedeutet, dass manche Campingplätze noch nicht geöffnet haben.

 


Sommer

Foto: Gaby Bohle - Visitnorway.com

Foto: Gaby Bohle – Visitnorway.com

Der Sommer ist unter Norwegen-Campern die beliebteste Reisezeit, denn in den Monaten Juni, Juli und August reizt das Land mit langen und warmen Tagen, zudem ist die Luftfeuchtigkeit relativ gering. Die besten Chancen auf sonniges, warmes und stabiles Sommerwetter hat man dann im Süden und Westen des Landes. Weiter nördlich kann das Sommerwetter mitunter auch feucht und unbeständig sein. Dafür reizt der Norden mit hellen Sommernächten, nördlich des Polarkreises wird es zwischen Mitte Mai und Ende Juli quasi nicht mehr dunkel.

Der Sommer ist auch die Zeit, in der sich das Zelten – ob auf Campingplätzen oder in der freien Natur (Jedermannsrecht!) – großer Beliebtheit erfreut. Und zwar nicht nur unter Touristen, sondern auch unter Einheimischen. Für viele ist es das Größte, den Urlaub in mehr oder weniger entlegenen Gebieten fernab von Straßen und Zivilisation und im Einklang mit der Natur zu verbringen, zu wandern, die Ruhe zu genießen und abends am Lagerfeuer selbstgefangene Fische zu grillen.

 


Herbst

Foto: Anders Gjengedal - Visitnorway.com

Foto: Anders Gjengedal – Visitnorway.com

Der Herbst kann in Norwegen ein Spätsommer oder ein früher Winter sein. Zwischen Ende August und Ende September stehen die Chancen jedoch gut, dass man einen herrlichen „Altweibersommer“ erlebt, der mit viel Sonnenschein und wenig Niederschlägen gesegnet ist. Aber es kann – zumindest zeitweise – auch anders kommen.

Auch die regionalen Unterschiede des Wetters sollten beachtet werden. Denn während sich im Herbst die Temperaturen in Küstennähe noch in recht angenehmen Bereichen bewegen können, kann es im Binnenland schon etwas frischer werden. In den Hochlagen kann es im August sogar schon zu nächtlichem Bodenfrost kommen, während an der Küste noch zweistellige Temperaturen herrschen. Aber genau diese „Herbstfrische“ ist es, die viele Norwegen-Fans reizt. Der Übergang vom Spätsommer zum Frühherbst bietet außerdem die Gelegenheit, inmitten der in goldene Farben getauchten Landschaft nach den dann reichhaltig vorkommenden Pilzen und Beeren zu suchen – ein unvergleichliches Erlebnis. Das Fjell zeigt sich in dieser Zeit mit seinen Kräutern, Büschen, Moosen und Flechten besonders farbenfroh.

 


Winter

Foto: Gaute Bruvik - visitnorway.com

Foto: Gaute Bruvik – visitnorway.com

Der Winter beginnt in Norwegen zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten. In Mittel- und Nordnorwegen kann es bereits Anfang Oktober zu Frost und Schneefällen kommen, im Süden und Westen lässt der Winter – zumindest in Küstennähe – meist etwas länger auf sich warten. Ab Oktober zeigt sich das Wetter in Norwegen zunehmend unbeständig.

In den Küstenregionen bleibt es zwar relativ mild, doch es kommt nun häufig zu Regenfällen und Stürmen. In den weiter landeinwärts gelegenen Gebieten herrscht kontinentales Klima und die Temperaturen können auf ein winterliches Niveau sinken. Dauerfrost und Schneefall sind dann eher die Regel als die Ausnahme.

Das winterliche Norwegen übt einen ganz besonderen Reiz aus und steht bei den Wintersportlern hoch im Kurs. Allerdings bietet sich die Reise nach Norwegen dann nur mit einem winterfesten Wohnwagen oder Reisemobil an. Schöne Regionen für das Wintercamping sind u.a. die Telemark, Oslo oder die Region rund um Lillehammer.